
Im Appenzellerland des 19. Jahrhunderts wächst Felix Hasler in einer Welt auf, in der harte Arbeit kaum zum Leben reicht. Seine Familie gehört zu den vielen Heimarbeiterinnen und Heimarbeitern, die bis tief in die Nacht sticken und dennoch in Abhängigkeit von Händlern, Verlegern und Kontrolleuren bleiben. Diese bestimmen über Aufträge, Löhne und damit oft über das Schicksal ganzer Familien.

Felix erlebt früh, wie Armut nicht nur aus Mangel entsteht, sondern aus einem System, das Menschen klein hält. Doch er ist nicht bereit, sich mit diesem Leben abzufinden. Sein Weg führt ihn aus dem Appenzellerland nach St. Gallen, weiter über den Rhein nach Rotterdam und schliesslich über den Atlantik bis nach Amerika.
Dort begegnet er einer Welt voller technischer Neuerungen, wirtschaftlicher Möglichkeiten und gesellschaftlicher Gegensätze. Je weiter Felix kommt, desto deutlicher erkennt er, dass Macht nicht nur durch Geld ausgeübt wird. Sie wirkt durch Angst, Abhängigkeit, Schweigen und das Wissen darum, wer über Arbeit, Besitz und Zukunft entscheidet. Felix lernt Menschen kennen, die ihn fördern, andere, die ihn benutzen wollen, und wieder andere, deren Schicksal ihn zwingt, seine eigenen Überzeugungen zu hinterfragen.
Zwischen Heimarbeit, Handel, Fabriken, Überfahrt und Neuanfang entfaltet sich eine Geschichte über Ausbeutung und Aufstieg, über Liebe und Verrat, über Mut, Verlust und die Frage, ob ein Mensch seinem vorgezeichneten Weg entkommen kann, ohne selbst Teil jener Macht zu werden, gegen die er einst angetreten ist. Die Fäden der Macht – Band I ist der Auftakt einer gross angelegten historischen Romantrilogie, die von der Ostschweiz bis nach Amerika führt und zeigt, wie eng persönliche Schicksale mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbrüchen des 19. Jahrhunderts verbunden sind.